Berufswahlkriterien:

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Fragen Sie eine BerufswählerInnen nach den Dingen/Kriterien, die ihnen bei der Berufswahl wichtig sind.

Wenn Ihnen in Ihrer Funktion als LehrerIn oder BerufsberaterIn binnen kurzer Zeit sieben Kriterien genannt werden, 

dann ist das ein gutes Ergebnis.

Viel zu oft passiert es, dass sich die Jugendlichen über die für sie wichtigen und entscheidenden Kriterien nicht bewusst sind und lange überlegen müssen, weil sie die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten nicht kennen.


In weiteren Fällen werden zwar wichtige, aber übergreifende Faktoren genannt, an denen man selten alleine die Berufswahl festmachen kann:
z.B.: guter Verdienst, viel Freizeit, ein gutes Betriebsklima, Arbeitsplatz in der Nähe, sicherer Arbeitsplatz...


(Im Rahmen der Berufswahlvorbereitung könnte gesondert auf diese Faktoren und deren Bedeutung für jede(n) BerufswählerIn eingegangen werden.)

"Inselforscher" hat die wichtigsten Kriterien, die bei einer Berufswahl eine entscheidende Rolle spielen können, 

erfasst und nach folgenden Kategorien geordnet:

-  Interessen

-  Tätigkeiten
-  Arbeitsorte/Berufsbilder
-  Körperliche Fähigkeiten
-  Geistige Fähigkeiten
-  Soziale Fähigkeiten

Anwendungsbeispiel: "Sammeln von Berufswahlkriterien" = einfache Auswertung

Phase 1 bis 9:

Arbeit im Klassenverband/Großgruppe

Phase 10 bis 20: Intensivierung und (Klein-) Gruppenarbeit


Vorbereitung:
Die Begriffe Tätigkeiten, Interessen, Berufsbilder/Arbeitsorte, soziale Fähigkeiten, körperliche und geistige Fähigkeiten müssen den Schülerinnen und Schülern klar sein und mittels Fallbeispielen im Vorfeld besprochen werden.

Phase 1:
Geben Sie jeweils eine Schablone aus dem Spiel mit 18 Sechsecken an jede Schülerin bzw. Schüler aus.

Phase 2:
Lassen Sie jede SchülerIN mit Hilfe der Schablonen auf ein DIN-A3-Blatt 18 Sechsecke zeichnen.
Das DIN-A3-Blatt erhält die Überschrift: "Meine wichtigsten Berufswahlkriterien"


Die Zeitvorgabe für Phase 3 bis Phase 8 beträgt 15 Minuten. (selbstverständlich sind hier Änderungen möglich)

Phase 3:

Jede Schülerin, jeder Schüler soll in 3 Sechsecke  Arbeitsorte eintragen, die sie/er sich vorstellen kann.

Phase 4:
Jede Schülerin, jeder Schüler soll in 3 Sechsecke  Interessen eintragen, die für sie/ihn besonders wichtig sind.

Phase 5:
       Jede Schülerin, jeder Schüler soll in 3 Sechsecke  Tätigkeiten eintragen, die in dem gewünschten Beruf auf jeden Fall vorkommen sollen.

Phase 6:
       Jede Schülerin, jeder Schüler soll in 3 Sechsecke  körperliche Fähigkeiten eintragen, in denen sie/er sich besonders gut einschätzt.

Phase 7:
       Jede Schülerin, jeder Schüler soll in 3 Sechsecke  geistige Fähigkeiten eintragen, in denen sie/er sich besonders gut einschätzt.

Phase 8:
       Jede Schülerin, jeder Schüler soll in 3 Sechsecke  soziale Fähigkeiten eintragen, in denen sie/er sich besonders gut einschätzt.

Phase 9:
       Nach 15 Minuten wird mit folgenden Fragestellungen eine Zwischenbilanz  gezogen:

       A) Wem ist es gelungen, alle 18 Sechsecke zu füllen?
       B) Wo gab es Schwierigkeiten, die Sechsecke zu füllen?
       C) Wer möchte mehr über mögliche Fähigkeiten erfahren?
       D) Wie könnt Ihr Eure Vorstellungen ergänzen?

Phase 10:
       Die BerufswählerInnen erhalten verschiedenfarbige Erkundungskarten mit den Kategorien:

-  soziale Fähigkeiten

 geistige Fähigkeiten
-  körperliche Fähigkeiten
-  Berufsbilder

-  Tätigkeiten
-  Interessen

 und sortieren diejenigen Merkmale heraus, die sie besonders interessieren.
Ferner sortieren sie die Fähigkeiten heraus, die sie sich besonders zutrauen.

Phase 11:
       Der DIN-A3-Bogen wird vervollständigt, bis alle 18 Sechsecke ausgefüllt sind.

Phase 12:

       In der Regel entdecken die BerufwählerInnen wesentlich mehr als die notwendigen 18 Kriterien.
       Ein zweiter, vielleicht auch ein dritter DIN-A3-Bogen wird mittels Schablone gefüllt.
       In die vorbereiteten Sechsecke werden die zusätzlich gefundenen Berufswahlkriterien eingetragen.


Phase 13:


Alle DIN-A3-Bögen werden mit den Namen der InselforscherInnen versehen und im Klassenraum aufgehängt. 

(Eine Ergänzung zu "Meine Berufsinselwelt")

Phase 14:


       Inselforscherversammlung:
       Wir schauen uns Eure "Sechsecke" (Kriterien) gemeinsam an und überlegen zunächst, welche
       Berufsinseln zu Euch passen könnten.
       (Die Kategorie "Berufsinsel" muss selbstverständlich vorher eingeführt sein.)

Phase 15:

Inselforscherexpedition:


"In einem weiteren Durchlauf machen wir jeder Inselforscherin und jedem Inselforscher Berufsvorschläge, mit denen sie/er sich befassen soll."  Die erhaltenen Berufsvorschläge werden von den InselforscherInnen notiert.

Phase 16:
       Erforschen:
       Jede Inselforscherin und jeder Inselforscher erhält sozusagen als Hausaufgabe, die vorgeschlagenen Berufe im 

       Beruf Aktuell und im Internet (berufenet unter arbeitsagentur.de) zu erforschen.
       Dabei sollen sich die InselforscherInnen nicht nur über die Inhalte informieren, sondern sollen gleichzeitig

       überlegen, inwiefern, die Berufe zu selbst herausgesuchten Fähigkeiten, Interessen, Tätigkeiten,       
      Berufsbildern... passen.

Phase 17:

In einer nächsten Unterrichtseinheit präsentiert jede Inselforscherin und jeder Inselforscher ihre/seine Forschungsergebnisse und die favorisierten Berufe.

Phase 18:
Die Gruppe bewertet die Übereinstimmung zwischen Berufswahlkriterien und favorisierter Berufe.

Phase 19:

Die Inselforscherin bzw. der Inselforscher macht sich dazu Notizen.

Phase 20:
Die Arbeitsergebnisse werden von jeder Inselforscherin bzw. jedem Inselforscher in einer Inselforscher-Collage zusammengefasst. Die Collage ist die Grundlage für die weitere Inselforscherreise. Diese kann im Klassenverband, in der Kleingruppe, in der Lernwerkstatt oder in der Einzelberatung fortgesetzt werden.

       Berufwahl ist ein Prozess. "Einen Beruf wählen" bedeutet Arbeit und Anstrengung.
       Die Arbeit mit Inselforscher bereitet den BerufswählerInnen aber auch viel Spaß,
       da die Kriterien (in Form von Karten greifbar) begreifbar werden.
       Manchmal muss man von Vorne anfangen, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.
       Der Einsatz lohnt sich. Je intensiver man sich mit der Berufswahl beschäftigt, um so fundierter und genauer sind

       die Arbeitsergebnisse.